Dicamba flüssig
Keine Chance für Winde und Distel.

Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Mais.

Amtl. Pfl. Reg. Nr. 3765-901
Handelsform: 1 Liter

Vorteile

  • Flüssige Formulierung für die einfache Handhabung
  • Mischbar mit den gängigen Maisherbiziden
  • Stark gegen Disteln und Winden

Wirkstoff

Dicamba (480 g/l; 42,1 Gew.-%)(als Dimethylamin-Salz 577,9 g/l; 50,7 Gew.-%), Wasserlösliches Konzentrat (SL)

Zugelassene Anwendungen

Schaderreger Kultur Aufwandmenge Wartefrist
einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter Mais 0,6 l/ha in 200 – 400 l/ha Wasser im Nachauflauf vom Stadium 12 (2. Laubblatt entfaltet) bis Stadium 18 (8. Laubblatt entfaltet) der Kultur Max. 1 Anwendung *)

*) Wartefrist
Abgedeckt durch zugelassene Anwendung.

Sonstige Auflagen und Hinweise:
Insgesamt nicht mehr als 1 Anwendung pro Kultur und Vegetationsperiode.
Vorsicht bei benachbart wachsenden Pflanzen, da Schäden möglich.
Schäden an der Kulturpflanze möglich.

Wirkungsweise
Dicamba flüssig ist ein Wuchsstoffherbizid zur Bekämpfung zweikeimblättriger Samenunkräuter und Wurzelunkräuter, insbesondere von Weißem Gänsefuß und Distel- und Windearten. Dicamba flüssig wirkt daher am besten bei warmen, wüchsigen Wetter. Der Wirkstoff Dicamba wirkt systemisch, daher werden auch ausdauernde Unkräuter wirkungsvoll bekämpft.
Anhaltend kaltes Wetter, Niederschläge kurz nach der Spritzung oder schwaches Unkrautwachstum durch starke Trockenheit mit starker Wachsschicht mindern den Bekämpfungserfolg.

Wirkungsspektrum

*Bis 2-4-Blatt-Stadium.

Hinweise zur sachgerechten Anwendung

Anwendungsempfehlungen
Dicamba flüssig wird im Nachauflaufverfahren in Mais eingesetzt. Zur wirksamen Bekämpfung von Distel- und Winde-Arten sollten sich diese im aktiven Wachstum befinden und ausreichend Blattmasse gebildet haben. Distel sollte eine Wuchshöhe von 10 – 15 cm erreicht haben, die Winde sollte eine Trieblänge von 15 – 20 cm aufweisen. Während der Anwendung und an den nachfolgenden Tagen sollen wüchsige Bedingungen herrschen (Temperaturen nicht unter +10 °C und nicht über +25 °C, Luftfeuchtigkeit nicht unter 60 %). Bei anhaltender Trockenheit, verbunden mit hohen Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit, können Wirkstoffaufnahme und –ableitung beeinträchtigt werden. Keine Anwendung wird empfohlen bei extremer Trockenheit, bei Staunässe bzw. in Beständen, die unter Nährstoffmangel, Krankheiten sowie Schädlingsbefall leiden.

Pflanzenverträglichkeit
Dicamba flüssig ist grundsätzlich gut in Mais verträglich. Bei Einsatz in Saatmais-Vermehrungen empfehlen wir keine Anwendung ohne vorheriger Prüfung der Verträglichkeit. Unter Stressbedingungen wie schwach ausgebildeter Wachsschicht zum Behandlungszeitpunkt, schlechter Bodenstruktur (z. B. Verdichtungen, Staunässe) sowie ungünstigen Witterungsverläufen nach der Anwendung (z. B. kühle und feuchte Witterung, extreme Trockenheit, starke Tag-Nacht-Temperaturschwankungen, niedrige Nachttemperaturen) kann das Wachstum vom Mais kurzzeitig beeinträchtigt sein. Dabei handelt es sich nur um vorübergehende Symptome (z.B.: Blattverdrehungen), die sich jedoch normalerweise rasch auswachsen und den Ertrag nicht nachteilig beeinflussen. Bei Mischungen mit anderen Mais Herbiziden sollte aus Verträglichkeitsgründen die Aufwandmenge vom Dicamba flüssig auf 0,3 – 0,5 l/ha reduziert werden, um Schäden an der Kultur zu vermeiden.

Resistenzvorbeugung
Dicamba flüssig enthält den Wirkstoff Dicamba. Der Wirkmechanismus von Dicamba wird der HRAC Gruppe O zugeordnet.
Geeignete Resistenzvorbeugungsstrategien (wie z. B. Tankmischungen mit Wirkstoffen aus anderen Gruppen) sind zu berücksichtigen. Weitere Informationen siehe Internet www.plantprotection.org. Wenn diese Herbizide über mehrere Jahre auf demselben Feld eingesetzt werden, ist regional eine Selektion von resistenten Biotypen potenziell möglich.

Geeignete Resistenzvermeidungsstrategien sind zu berücksichtigen, wie z.B.:

Hinweise zur Anwendungstechnik

Mischbarkeit
Dicamba flüssig ist grundsätzlich mit Mais Herbiziden wie z.B. UniKombo® mischbar. Bei Mischungen mit anderen Mais Herbiziden sollte aus Verträglichkeitsgründen die Aufwandmenge vom Dicamba flüssig auf 0,3-0,5 l/ha reduziert werden, um Schäden an der Kultur zu vermeiden.
Mischungen möglichst umgehend ausbringen. Für evtl. negative Auswirkungen von Tankmischungen mit von uns nicht als mischbar eingestuften Produkten haften wir nicht. Mischungen mit Ölen oder Blattdüngern empfehlen wir nicht.
Bei Verwendung mehrerer Produkte in einer Tankmischung können unvorhergesehene Wechselwirkungen auftreten. Generell sind die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner sowie die Grundsätze der Guten Landwirtschaftlichen Praxis zu beachten.

Spritzarbeit
Spritzgerät regelmäßig auf Prüfstand testen! Vor der Behandlung Gerät auslitern und Düsenausstoß kontrollieren. Während der Fahrt und während des Spritzens Rührwerk laufen lassen. Nach Arbeitspausen Spritzbrühe erneut aufrühren.

Ansetzen der Spritzbrühe
Spritzgeräte regelmäßig auf Prüfstand testen lassen.
Reihenfolge der Spritzarbeit:

  1. Tank zu 1/2 bis 3/4 mit Wasser füllen.
  2. Rührwerk einschalten.
  3. Produkt vor dem Einfüllen kräftig schütteln!
  4. Dicamba flüssig über das Einspülsieb oder direkt in den Tank geben.
  5. Entleerten Produktbehälter sorgfältig ausspülen und Spülwasser der Spritzflüssigkeit beigeben.
  6. Tank mit Wasser auffüllen; die Wasserzuleitung unter die Wasseroberfläche verhindert ein Schäumen der Lösung. Wasserschlauch nicht direkt in die Spritzbrühe eintauchen, da die Gefahr des Brühe-Rückflusses bei Druckabfall in der Wasserleitung besteht. Fülltrichter verwenden, der in die Spritzbrühe eintaucht. Nie mehr Spritzbrühe ansetzen als notwendig.
  7. Spritzflüssigkeit nach dem Ansetzen umgehend bei laufendem Rührwerk ausbringen.

Spritzenreinigung
Nach Beendigung der Spritzung muss das Gerät sorgfältig gereinigt werden:

Restmengenverwertung
Nie mehr Spritzbrühe ansetzen als notwendig. Behälter restlos entleeren, mit Wasser ausspülen und Spülwasser der Spritzbrühe beigeben.
Eventuell auftretende Reste von Spritzbrühe und aus der Gerätereinigung nie in die Kanalisation oder im Freiland ablassen, sondern verdünnt auf der zuvor behandelten Fläche ausbringen.

Maßnahmen im Unglücksfall

Erste Hilfe

Hinweise für den Arzt

Brand

Persönliche Schutzausrüstung verwenden. Im Brandfall, wenn nötig, umluftunabhängiges Atemschutzgerät tragen. Übliche Maßnahmen bei Bränden mit Chemikalien. Kontaminiertes Löschwasser getrennt sammeln, darf nicht in die Kanalisation oder Oberflächengewässer gelangen.

Hinweise für Transport und Lagerung

Transport
Nicht transportieren und lagern bei Temperaturen unter 0 °C und über 30 °C.

Lagerung
LGK 12/10 (Lagerklassen nach VCI)
Produkt bei Raumtemperatur im Originalgebinde so lagern, dass Betriebsfremde keinen Zutritt haben.
Getrennt von Nahrungsmitteln, Getränken und Tiernahrung lagern.

Gefahrenhinweise